Jeschichten, Ereichnisse, Maanunge - alles upp Platt


“Topmodels“ hoat kaane Hoare

De schwoare Teidt mie wiekenslangen Behandlungen in Krankenhius lagg hinder meck. Niu was eck wier truhius – oawer kaane Hoare mer up'n Kopp. Eck kamm doamie kloar. Et chaff doch moderne Koppdäukere un Mützen, womie eck meck jieden Dagg upehübschet hoa.

Meine Enkeldöchtere hoat den Koppschmuck ümmer bechutachtet: „Oma, huite ssuihst du wier “cool“ ut“ oder „Wat is dat denn, ssuiht joa ut wie 'ne Picknickdecke“. „Du kannst doch choat als “Topmodel“ choan, “Topmodels“ hoat oak kaane Hoare up'n Kopp“ ssecht meine feifjärije Enkeldochter.

Niu was Inschoalunge - un eck konne doabei ssein! Oawer als “Topmodel“ woll eck niu doch nich doahenne choan. An duisen bessonderen Dagg settede eck meine faane Perücke up. De Inschoalungs-Chottesdienst was vorbei un eck ssatt noch in de Kerkenbank. Doa kümmet meine Enkeldochter chanz upjerejet aneloapen: „Oma, et stürmet biuten, pass bloat up, dat deine Hoare nich wechfleijet!“

Un sso chaff et ümmer wat toa lachen un dat was choat fur meck. De Inschoalunge was vur dra Joahren. Huite küünt meine Hoare nich mehr wechfleijen!

Uppeschrieben von Irmtraut Gralla
ut Hemmeln, September 2021


De Cheldümmetiusch
- Besuch in der Landeszentralbank -

Heijer un doa find' me noch aan Chroschen un sso harre sseck in den Joahren oak bei ösek aan bettchen wat anesammelt. Eijentlich woll eck mie meinen Enkeldöchtern in Oasterfeerjen dat Cheld  in Euro ümmetiuschen, oawer doa was dat wejen „Lockdown“ nich möchlich. Wenn me noch DM hett und will dat in Euro wesseln, kann me nich sso aanfach toar Spoarkasse choan. Dat moaket niur de Landeszentralbank in Chöttingen.

In Ssommerfeerjen was et oawer sso weit. Wei hoat ösek mie de prallen Leinnenbuil un usen Schnutenpullis up'n Wech noah Chöttingen emoaket.

De Mäkens harren Ssorje, dat wei oak bloat nich toa loate ankumet, denn die Bank hett nur bis Middaggs upen. Wei ssind oawer toar rechten Teidt anekum'n un vur de Dür stund'n all Luie mie Taschen un Leinnenbuils in de Reije.  Et chaff oak heijer de „AHA-Regeln“ un sso diurde et noch 'ne halwe Stunne, bis wei in de Bank an de Kasse würn. Eck hoa dat Cheld in de Schufloade schüttet, de Bankbeamte namm dat Cheld un hett de Kindere vertellt, wat mie de DM passiert. Ha kamm Minuten löter mie Euros wier.  „De poar Euro-Scheinne fur sson Hucken Cheld?  Het sseck de Cheldmascheine oak nich verreeket?“ fröcht meine achtjärije Enkeldochter. „Dat würe dat ierste Moal“, lachede de Bankbeamte hinder de Chlassscheiwe.

“Wat moake wei mie de Euros? Up dat Spoarboak?“ froge eck meine Enkeldöchtere. Wat was de Antwurt?  „In de Corona-Teidt mütet wei doch de Jeschäfte understützen!“

Uppeschrieben von Irmtraut Gralla
ut Hemmeln, September 2020


3 Krüüze

Minsche, düsse Woahl moaket meck ferdich! All saaht Weeken sitt Gustav an Kökendisch un simuleert, wähne ha woll in` Dörpsvuurstand wählen ssall.

Weil wee joa nu wejen den Chinesenhausten ümmer noch kaane Kermesse fejern könnt, weetet wee kuume, wer seck hätt upstellen loaten. Leste Weeke harren wee nu nen Woahlploakoat innen Brafkasten hat. Un doa was nu nen Foto up un dä Noamens von allen Mitstrietern.

Dütt Blatt staudeert Gustav nu von morjens bett oabends. An dän Buermester doa will ha nich rütteln, nää, dä hätt sien Wark chaut e moaket. Ober dä anneren? Wecke sind dat ajentlich? Woahnt dä alle in Dörpe? Hewett dä innefrejet oder sind dä bloats tautochen? Sind dä oak inne Fuijerwehr?

Dat sind Gustavs Chrünne woanoah ha siene 3 Krüüze moaken daat. Datt sind denn düsse Momente, wo eck jedet moal wie ne Rakete affchaue! Eck fange an te schimpen: Watt ssall denn datt heeten „Innefreejet“?.  Eck hewwe heeje sließlich oak vur 55 Joahren innefrejet! Datt hätt doch veele verändert! - „Doarüme joa“, seggt Gustav, „datt mott chaut owerdenket werden.“

Düsse Minsche! Eck moake 3 Krüüze! Un eck bedanke meck bee  allen dä innefrejet hewett, tautoachen sind oder seck frahwillich hewett upstellen loaten:  Veele Chlück un veele Jeschicke för dän Dörpsvuurstand!

Joe Meta
Cloake, in September 2021

Impen
 
Kinners, nee, eck sin fix un fertich. Use Ommame will seck impen loaten. Joa, sall se oak, sließlich loatet Ommame seck oak jedet Johr chejen Chrippe un oak chejen Lungenentzündunge impen.
 
Dat moaket Bredenschey, use Husdokter all automatisch, doa mötet weje nich emol anraupen. Ha kümmet anfach met siener Dasche up Beseuk un hätt allet fur dä Impereje bee seck. Un denn chat ha merstens oak chliek no nebenan noa Wienchen und Else un impet doa oak chliek. Dä spräket datt alle vurher aff: bee wähne Bredenschey als irstet met sienen Doktorkuffer vur dä Dör staht, dä schicket ne dann taun nächsten un ümmer sau wia, bett datt datt Dörp durimpet is. Klappet jedet Joahr wia. Doar up is Verlass.
 
Upp dän Dörpern hätt datt all ümmer klappet: Egoal of TBC, Kinnerlähmunge oder Roatlauf. Bee TBC kamm dä Röntchenbus, Kinnerlähumge chaff et bee dä Mütterberoatunge und Roatlauf chaff et vonn` Viehdoktere. Ümmer wussten alle Beschaad weil dä Utröpper datt vermeldet harre, weil et inne Zatunge stunden hätt oder weil dä Noahborsche dat wusst hätt.
 
Hüte soll allet digital loapen un nitz klappet. Mann inne Tunnen! Moaket dä Impzentren dicht un nöhmet dä Röntchenbusse und Spoarkassenbusse un föhrt met dän Impstoff dur dän Landkries. Chewet dän Impstoff an dä Husdokters un 1,2,3 sind alle durimpet. Ower nee, eck sinn twa Noamedoage inne Telefonschleife von dän Impzentrum küselt. Hewwe kaanen Termin för Ommamme krejen nur nen dicken Hals.
 
Nächste Weeke is Bredenschey wia uten Urlauf terüje. Eck sette use Ommamme bee öhne uppe Liste un dann töwet wee in Ruhe aff, bett toatsächlich Impfstoff doar is un denn staht dä Dockter wia met sienen Spritzen vur dä Dör un ett chat sienen Chang. Verordnungen und Vurschriften wer wann anne Riege is, datt is sau owerflüssich wie nen Kropp. Eck wünsche ösek allen jenauch Impstoff un bett ött ssau wiet is.
 
Nich ssau veele Noarichten gucken un Täihne tesammen beeten.
 
Johe Meta ut Chloake, März 2021
 

 
Dä Lichtere chohet ut in dän Dörpern
 
Eck waat nich, wie et in joen Dörpern is, ower Chloake hätt nu neje Stroatenlatüchten kreejen. Dä nejeste technische Errungenschaften, dä uppen Markt te krejen is, spoarsoam und doardur umweltverdrächlich. Joa, mach sien, oawer Licht moaket dä nich.
 
Et hätt seck nu taudroagen, datt Else meck tau Silvester Fettkreppel bringen wolle. Inne chreunen Zatunge stund nen nejet Rezept met Schmand un Else was bechaastert. Ött hätt also fur Gustav un meck ne Probe inne Tuten packet un is ann Oabend te Faute los moaket. Wenn Else tau ösek will, denn mot ött ower an Spring vorbee un datt is öhr taun Verhängnis wurd`n. Joa, lange Redereje kortten Sinn: Inne Stroaten was nen klaanet Lock un doa is Else metten linken Faute rintetrampet un hängen bliewen.
 
Rommeleboms lach ött ann Bodden, dä Tute met dän Fettkreppeln innen Woatere un `nen Lock in dä neeje Strumphosen. Watt nen Unchlück! Dä schönen Fettkreppel! Et was nitz mehr te retten. Else hätt seck uprappelt, hätt seck ümmegucket of datt Malheur hoffentlich kaner saaen hätt (hätt oak kaaner saaen) un is standtepee nen betten humpelich wia noa Huus. Un datt allet nur, weil dä nejen Latüchten twoars neje LED Chlühbeernen hewwet, ower dä Stroate nich richdich hell moaket. Je weetet doch, watt LED bedüt? Nee? LED hätt:Lüchtet eher duuster. Joa, datt stimmet, datt Licht kümmet uppe Irden choar nich an. Wie mach datt woll irst werden, wenn dä Luije dä Wiehnachtslichtere wia affschmücket hewwet? Denn wird et noch dusterer in Dörpe. Eck köpe fur Else un meck irstemoal ne Daschenlampe, doamee wee bade nich in Dustern duur`t Dörp loapen möttet.
 
Bliewet man alle man hübsch helle in düsse dustern Tied!
 
Joe Meta ut Chloake, Januar 2021
 
Else hätt datt Rezept för dä Fettkreppeln ruterücket:
4 Eijere
200 Gr. Zucker
3 Tüten Vanillezucker schuumig rühren
1 Pr. Zoalt
2 x 200 Gr. Schmand underheben
500 –550 Gr. Mehl
und 1 Tute Backpulver underrühren
2 Teelöppel in hatet Fett tunken, klane Klümpe formen und in haten Fett utbacken un taulest in Zucker wältern.

Datt Danzevergnuijen

„Wer Dach vuur Dach seune Arbeit daht,
unn jümmer up`n Posten staht,
unn daht datt frau, unn daht datt giern,
de sall seck auk moal ammesiern!“

De Kreuger harre den Saalbodden mie Seepenplocken iut estrajet, damie ett beuen Danzen hübsch glatt was. Keun Danz worre iutelaten. Wenn de Kapelle mal Pause moake, namm de Kreuger seunen Turrepott her, unn spiele upp. Lachen sall ja sehr jesund seun un iss en Iutdruck von Fruide un Jeselligkeut. Man konne seun eijen Wuurt nich verstahn. Ett wuurd liuthals esungen un Lustijet vertellt.

Blaus Hanrich ärgere seck sülmst uber seck, weil hei nich danzen konne, unn wische ein`n Sluck un en Glas Bajer naan annern wech, bett hei seunen Kanal vull harre. „Hanrich“ sä de Kreuger tea ühne: „Lat ett langsam angahn, süsst kümmt allet wier ub`n riuter“.

Ett diure nich lange, da wass ett sea weut, Hanrich snurre tean Plumpsklosett up`n Hoff, unn allet kamm riuter. Man secht:“ dett Liewen iss wie ne Klosettbrille, man maket vielet duur!“ Dütt moal aber nich von hinn, sonnern von vuurne oob`m.

„ Kreuger, Kreuger, watt moake eckk niu, meck iss meun Jebiß inne Griube falln.“
„Hanrich, datt iss weuer nich slimm, eck häbbe gistern de Griube ierst iuteführt. Eck giebe deck ne Leiern, stiggst runner, unn haalst ett wier rupp."

Jesagt, jedahn, Hanrich stiggt runner inne Griube. Den Kreuger diuere ett tau lange, un röppt:“ Hanrich, hästet jümmer noch nich efun`n?“
„ Nee, reip Hanrich teruie, eck häbbe all en paar anprobeiert, aber de passet alle nich“.

Uppeschrieben von Loni Meinecke
annen 22. Oktober 2020


Systemrelevanz

Nee Kinners, watt sinn eck froh, datt dä Summer rümme is! Sau watt anstrengendet datt hewwe eck lange nicht mehr mee moaket.
Wee leebet joa met 3 Chenerationen under 1 Dack. Datt chaht mehrsten Tied chaut, ower nur, wenn alle öhre Weje choahet. Düssen Summere ower hewwe eck alle vur den Feuten hatt. Heiko, use Schwejersohn in Home Office saaht März. Luije, eck dachte ümmer, dä hätt ne chaue Steeje bee dä Boahn, un nu moaket ha Home Office von Huuse ut. Löppet dän chanzen Dach unde rümme met Dreeningshose un oben rümme met Handy dur dat Huus, un froaget alle Neesen lang, off wee noch frischen Kaffee hewwet.

Datt sülme is met usen Enkelsohn Jan, dä lungere oak veele tau veele Weekens in siene Koamern weil kaane Schaule mehr was. Ha krejch siene Schaularbaaten uten Internette oder wenn datt moal wia nich richtich rund löppe, dann mosste mien Gustav öhnne noa de Schaule föhrn un dä Oarbaatsbläere von dä Schaulmestersche afflangen. Un denn düsse Schimpereje, datt datt Internet nich recket. Dä aane bruket datt för siene Oarbaat un dä andere för dä Schaule, un allet tau chlieken Tied, un jeder maane, ha harre datt Internet an mehrsten nöadich. Nee, et was nich taun uthoalen!

Eck hewwe joa all jenauch doamee te dauen, datt eck mienen Gustav ümmer met klanen Updräjen in Chang hoale, ower nu moste eck oak noch dä Kaffee-Mamsell sien un eck moste oardentlich watt in Potte hebben. Tau dän Moaltieten, doa wörn dann nämlich alle bee meck an Kökendisch. Gustav mosste ümmer dä duwwelte Menge Kartuffeln schillen un oak dä Kohlrabi un dä chreunen Bohnen sind ümmer rasch leddich west. Un an`nen Noameddoage nur nen Stücken Luffen met Marmeloade? Nee, nen Pottkauken hewett se lawer hatt. Ssau moste eck oak inner Weeke noch e moal backen, doamee alle tefrejen sind. An Laaweste was meck noch use klaane Lisbeth. Lisbeth hätt irste moal richdich flüssig schriewen lehrt un kann jetzt oak all better lesen. Eck waat nich, off je datt all weetet, ower wie dä Kindere hüte schriewen leehrt, datt kann joa nich chaut ssien. Dä sollt aane Silbe in roat schriewen un dä nächste Silbe in bloach. Dütt System hewwe eck irste moal innestellt. Lisbeth schriewet jetzt met Blahfeder datt chanze Wurd in aans dur un in dä Fernsehzatunge kann ött jetz oak all lesen, wann „Roae Roasen“ oder dä „Barchdokter“ kümmet. Lisbeth hätt düchdich Furtschritte moaket! Dä Schaulmestersche kann seck freuen!

Datt beste oaber wass: Use Dochter mosste oarbaaten.Beate is Kinderchärtnersche un systemrelevant! Ött hett dä Kindere inne Notchruppe in Schach hoalen un was Gustav un meck an Doage nich inne Quere un konne össek nich oak noch rumkommandeern. Nee, weej harren joa all jenauch daomee te dauen, jenauch uppen Dische te hebben. Arften un Bohnen mossten plücket un inkoaket werd`n. Allbiern-Marmeloade wurd koket, oak dä Freukartuffelns mosten ruut ut dä Irden. Ower Beate denn ümmer an Fejeroabend met düsse Proahlereje von „Systemrelevanz“. Luije, eck kann`t nich mehr höaren! Wenn dä meck nich hatt hewwet met mienen „Versorgungs-und Fürsorgeleistungen“, denn will eck nich weeten, off dä Boahn Corona overstoahen harre un oak dä Tüchnisse von Jan un von use klaanen Lisbeth wöaren denn wohl oak nich sau chaut utefallen. Systemrelevanz is oak nur`n anderet Wurd för Wichdichdauereje. Et mott taupacket werd`n wo et nöadich is. Gustav un eck dauet datt all ümmer–ohne veele Uphebens te moaken. Nun loatet jöck moal von Corona nich bange moaken un behoalet mol hübsch den Owerblick!

Beste Chrüße!
Joe Meta ut Chloake, September 2020


Exotische Gerüche!

Von meck ut kann joa an jeden in Urlaub hönföhrn,  wohönn datt ha will. Dä Spoaß hört bloat up, wenn eck dä Urlaubereje von dän annern Luijen betoahlen soll. Wie eck doa op kümme? Na passet moal alle hübsch up: Eck hew ne Kollegin, ajentlich nen chanz verständijet Meeken, nur wenn dä Urlaubstied kümmt, denn föhret wejj sau use Kontroversen.

Vur twa Joahren, da is Laura met öhren Manne noa Indien düset. Indien! Lawe Luije, doa löpet dä Käue uppe Stroaten un dä Rattens dur dä Kerkens. Watt fur ne Welt! Eck segge noch: Laura föhr man better an dän Bodensee, datt is durt ok international. Doa kannste datt chrösste Binnenmeer un ok noch chliek dra Ländere beseuken un up Mainau wasset ssau hübsche Blaumen. Oaber hört hebbet se natürlich nich. Sind wechmoaket met Thomas Cook. Hebbet dä klapperigen Käue un dusende von Ratten bestaunet un vertellt heje watt von exotischen Gerüchen. Datt eck nich lache! Dra Doage vurn Afflug in Dehli was denn Thomas Cook pleite un eck dachte, na, moal ssahen of datt Meeken Moandach wia pünktlich uppe Oarbaat is…  Datt enne vonnen Lied is, datt Laura un öhre Mann twa Doage in Dehli uppen Flughoaven setten hewwet un denn von Heiko Maas un mienen Stuijercheld wia noa Hus langet wurden is. Datt hätt denn oaber an Middeweken an Dunderwedder uppe Oarbaat cheben!

Dütt Joahr, datt chlieke wia. Laura düset met öhren Mann noa Deutsch-Südwest un datt offwohl Corona seck all braat moaket hätt. An Sundoage solle dä Daktari-Tour tau Enne sien, oaber dä Flüje sind all vurher instellet wurdn un Heiko Maas hätt anurdnet, datt dä baden datt leste Flugtaxi noa Amsterdam nöhmen mossten. Un nu roatet moal, wer ok dütt betoalt hätt. Kloar wia mol Metas Stuijercheld.

Datt is doch nich jerecht. Ött könnt doch nich alle in Urlauf dur dä chanze Welt düsen un denken von Metas Stuijercheld werdet wej inne Noat wia no Hus langet. Eck kann doch oak nur in Urlauf, wenn eck datt Cheld doafur hewwe un wenn eck oak sülmest wia för dän Heimwech soarjen kann.

Ett chifft doch oak in Huuse hübsche Urlaubsziele. Dän Bodensee, Foahrroad föhren anne Ostseeküste oder taun Bingo noa Bad Twüschenoahn un wenn watt schaap löppet, denn bringet aanen dä ADAC wia noa Hus. Von wejen exotische Gerüche!

Beste Urlaubschrüße schicket jöck

Meta
Chloake, Juli 2020


Dä spinnt doch …

hett dat hüte wenn man maant, „dä hett nech alle uppen Heuhnerwiem“, ober denket mol treue. Freuer laapen dä Leue met Pelzen rümmer, bet ssa dann sahn hewwet, dat man ut Binsen, Bast, un Brennneteln Föme un dorut wat taun Antahn moken kunne, we Scheue, Oberklädere un Heute. Ober derecket up dä Huut was et chanz schön kratzech. Dann entdecketen ssa, dat in Doornenjestrüppe veel Wulle von Mufflons tau finnen was, un düsse Wulle, merketen ssa, dat dat veele weiker wöhr as dat wat ssa bis jetz harren.

Düsse Wulle hewet ssa tauers met den Fingeren taussammenjedräjet, bet aner up den Jedanken kamm, dat dat Chanze met en Spinnstöckchen better tau verdräjen was. Dat was ober ümmer noch recht umständlech. Dann hett wär an ennen Stock en Jewichte annebrocht un dat was dann dä Handspindel met dä alle chanz oarntliche Föme taustande jebrocht wern konne. Hüte sind veele sojenannte Spinnwirtel be Utchrobungen funnen worn. Düsse Föme het sse dann tau Schnürn verknüppet. En Baspeel was dat „Meeken ut Ektvet“, dat Archologen jefun'n hewwet. Dat Chanze kunne man löter ok vaweben, tauerst chanz ümeständlich met den Fingeren - un löter met enn Jewichtswebstaul. Ümme düsse Tiet hett ssa dä Mufflons ok innefongen un önen dä Wulle affeschnehn un dann merketen ssa ok, dat manche Deere dickere Wulle harren as annere un düsse Mufflons hewwet sse dann wejer krüzet bet dann welke dobee rutkamen, dä janz veele Wulle harren. Dat ssind hüte use Schoope.

As dä Leue sesshaft worn ssind, hewwet ssa neben Jetrade oak Flachs un Hanf anneböwet, dä oak chaut to vaspinn sind. Im 13. Johrhunnert harre enner den Infall enne Handspindel in en Rad tau böwen, be düssen Rad hett ssa denn ober de Spitze spunnen, dobee mosste man, wenn dä Arm tau kort wör, den Fohm im rechten Winkel tau dä Spitze holn ümme uptewickeln. Düt Rad wöhr maast met en Krickel annedrehm. Dat Handspindelrad was erfunn.

Twa Johrhunnerte löter kamm denn dat Flöjelrad met en Krickel ober met em Fautantreb. Be düssen Rad bruke man blot dä Wulle ut dä Flocke oder den Flachs von'n Rocken tau tahn und dä Flöjel verdrähjet dat Chanze un dä Spule wickelle dän verdräjeten Fohm up. Dat ching veele schneller. In jehm Hushalt stund so en Spinnrad un veele Bauernhüsere harren oak en Handwebstaul. In'n Wintere, wenn buten kenne Abart wöhr, hewwet ssa spunnen un e‘webet. Do hewwet dä Meekens un Fröwen seck inner Spinnstoo'm 'edropen ümme Fachs un Wulle an'n Ohm tau spinnen, tau singen un taun Vertelln. Dä ole Chrossvoder haspelte dä Föme up - un weil dä Haspel noh anen Bind, dat dat Cheld brachte, knackete, hett ha ook dä ole Knacker.

Dat met den'n Flüjelrad mosste oak sien, denn ümme 1731 wöhr ut dem Handwebstaul dä Schnellschützenwebstaul wejerentwickelt worn. Düsse Webstaul brukete tahn Spinnerinnen ümme den Charnhunger tau befredijen.

Dat föhre dotau, dat 1764 dä „Spinning Jenny“ erfunn was. Düsse Maschine sponn we dat Handspindelrad, ober dä Spitze harre ober twintich oder mähr Spulen dä up anmol jespunnen wern konne, to sahn in dä Chartetolspinnereie. An Johr löter kamm dann dä „Muhle“ dä wie dat Flüjelrad kontinuierlichet Spinnen möchlich mokete. Hüte in Bramsche tau sahn. Hüte het de Boomwulle un de Kunstfasern Wulle un Flachs fast verdränget, ober met dä Tiet finnt en Ümmedenken statt.

Jetz denke hüte noch aner wenn ha en Spinner süht: „Dä hett nech alle upem Christboam!“

c/r Rolf Rüdiger, Juni 2020


Dat Eten un Drinken uppen Felle un innen Holte

Freuer (Jahrhundertwenne 1900) und auk noch later, wörre uppen Felle or in Holte beu allen Feldarbeuen un beuen Holt maken butten jegetten.(Kartuffel planten, Reube hacken, Heu maken, Kartuffel ruhen, Holt maken usw.) Man gung mie seunen Luien, Nahbarn, Knechten, Fameulich un Kinner na en Felle or naen Holt hen. De Weje wörren woit bet da hen, un denne mosste dat Eten inner Keupen mie nuhmen weren. Auk innen Wintere nah en Holte was dat jiut, wat warmet tean Eten te hebben. Da gaffet „ Stroh Lehm“ (en Siuerkriutinpott), den en jiut in en grauten Pott in Papeuer inpacken konne un denne inner Keupen na en Felle transportieren konne. Et wörren Telders un Leppels mie nuhm, aber man konne seck nicht de Puten waschen, man mosste se seck mit Grasbüscheln or anneren Blättern awwischen. Datt make aber nits, Hauptsake et smecke. Te drinken gaff et Water or Saft iuter Steingiutpulle, or iuter Emaillepulle. De Pulle gung rundümme, et gaff keine Becher or Gläser. n Holte gaff et en Sluck tean uppwarmen. Awer et Eten uppen Felle was ümmer wier wat besünneret, weil et keine Unnerschiede twischen den Luien gaff.

Dat Rezept fuur 8 Personen tean satteten:

1 kg Sauerkraut,
ca`1,5 Liter Brühe,
2,5 – 3 kg mehlig kochende Kartoffeln in Würfel schneiden und in Brühe kochen,
250 gr. Rauchfleich oder Würfelschinken oder Scheiben, oder Kassler,
große Zwiebeln in Würfel geschnitten,
2 Eßlöffel Schweineschmalz,
kleine Rauchenden heiß gemacht in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Zubereitung: Das Rauchfleisch mit der geschnittenen Zwiebel dünsten, Sauerkraut dazugeben und mit der Brühe auffüllen. Die Kartoffeln, wenn gar, zerstampfen und das Sauerkraut unter die zerstampften Kartoffeln mischen, das Schweineschmalz zufügen. Die Rauchenden evtl. in Scheiben geschnitten dazufügen.

Loni Meinecke, 25.05.2020


Freuher was allet anders

Freuher was doch ne ganz andere Teut,
wenn seck twei giern harren, denne häbbet se freuet.
Ett gaff noch keine Wunderpille,
wenn en Kind ankamm, denne wasset Gottes Wille.
De Geslechter konne man better trennen,
de Jungens un de Mäkens iuten ander te kenn'n.
De Jungens güngen in Husen,
de Haare wörn kort,
de Mäkens harrn Zöppe un drugen en Rock.
De Schaulmester inner Schaule leit seck nich foppen
wenn de Kinder dügenisch wörrn, kreigen sie wecke anne Moppen.
Et word kein Radio mie Blä-Blä annestellt,
man sung de Lieder von Gottes schöner Welt.
Et gaff kein Fernsehen mie Sex un Kriminaljeschichten,
doamals die'n se ühren Blick noch na'en Herrgott richten.
De Dokters wörr'n nich seau uberlaupen,
kippe einer moal ümme, was ett nich de Kreislaupen, denne was hei besupen.
Et gaff keine Tabletten vorr jede lütje Weidage, wenn mal watt weih die,
denne kuke man seck en Tee.
Un Biukweih boin lütjen Kinnern was keine Gastritis,
ne, dat wörrn verschlagene Winne.
Moste einer moal iuter Huuse riut,
denne gung hei upp'n Hoff, in dat lütje Hius.
Da konne man in Riuhe sitten, stundenlang, un keiner beswere seck ubern Jestank.
Uberhaupt, hiute düsse moderne Hygiene,
freuher wörrn se auk keine Swiene.
Da gungen se mie'n Stücke Sepen uppen Baste lang,
se riuken nich na Back, aber sei wörrn blank.
Et kamm noch kein Water iuter Leitunge riut,
upp'n Howwe stund de Schucke, un dat Water was giut.
melk inner Tiuten, dat was taun verulken,
inn'n Stalle stunn'n de Käuhe, die wörrn 'emulken.
Morjens gaff et keine Hawerplocken,
da die'n seck en Brautkniust inplocken,
un namedags word ne Schoibe Luffen innestippet,
dä häbbet se nich seau viele Kauken 'elicket.
Teneriffa kenne keiner woit un broit,
davuur wussten se aber i'n Holte Bescheud.
Se wandern in Gottes schöner Natur,
von Hezte un Benzinjestank was keune Spur.
Seau was et freuher upp düsser Welt,
de Luie wörrn fleudig un harr'n wennig Jeld,
se konn'n seck noch freuen, wörrn tefrien un bescheiden.
"Eck glöbe, davon könnt weu ösch ne Schoibe awsneien“.

Von Dieter Lütje, uppeschrieben von Loni Meinecke 18.05.2020


Watt for’n Dach!

Ek lejje in schönsten Dröömen und höre dä Mussieke „Got you babe“ in mienen Ohr’n. Wat ssall dat ssien? Ek drööme woll noch von dän Film chistern Obnd in’n Fernseh’?! Nu varseuke ek noah te reeken, weveele moa Bill Murray morjens upp ssien’ Roadiowecker schloan hett.

All weer fänget dat Lied an! Un düttmoa schloa ek drupp … denn nochemoal, un denn ümmer weer: Hei mott doch woll moa stille ssien! Ek denke chroade, wat ssall dat, bün ek viellichte nu Bill Murray uut’n Film chistern?

Wie ek doarower noahdenke kreeje ek upp aanmoa nen Riesenschreck: „Dat is mien Telefon!“ Ek hewwe mek chistern dat Lied von YouTube e’langet un dat as Weckerlied innestöllt! Dä Oaher wieset halwich ssesse. Verdammich, ek hewwe varschloopen, enne chanze halwe Stunne varloor’n. Nu oawer ruut uut’n Bedde! Rasch upp dän Knopp von dä Kaffemaschin e’drücket un uutetooren, ümme hastich under dä Dusche to springen.

Bee’n Uuttahn von’n Schloaphemde stoß ek mek met’n Musikantenknochen an dä Kaffeetasse, dä oak chliek ümmefällt – ssau dat mek dä chanze haate Brühe owern Balch noah unde löppet. Mest! Schiete! Vardammich nochemoa! Nu heww’ ek mek noch dän Kaffee owern Balch e’schüttet! Rasch weer rinn in dä Dusche un erstemoa koalt awwebruuset, dat et kenne Brandbloasen chifft! Innecremet, weer rinn in dä Kleedoaschen un ruut uut’n Huuse. Upp aanmoa bliew ek wie anjewörtelt stoahn un packe in alle miene Hosentaschen: „Wo is denn bloat mien Schlöötel?“

„Wat for’n Schietdach!“, schümpe ek for mek henn: „Nu heww ek oak noch mien Schlöötel in’n Huuse loaten!“ Dä Schiebe von’n Auto woll ek nich kaputt mooken un dä Motor chaaht joa oak nich ohne Schlöötel an. Miene Huusdöör iss all’n betten oald un ssau varsseuke ek dat moa wie in’n Krimi: Anlauf nöhm’ un denn met Jewalt un dä Schulter dä Döör uppbrechen!

Düttmoa heww ek Chlücke! Dä Döör chaaht chliek upp. Oawer nu meld’ ssek miene Schulder un deut waah. Ek hör mek bloat bölken: „Wat chaaht denn hüüte woll noch allet scheif!?“ Ek heww’n Brast in Ballje as mösste ek dä chanze Wöld tossammen schloahn. Oawer dat chaiht joa nich: Miene Schulter deut ssau waah! Noah aanmoa deip Doorpusten rappe ek mek weer upp: „Konzentreert dän Schlötöel sseuken und aff noah’n Auto!“, denke ek. Oawer nu chaaht dä Huusdöör nich mehr tau, het ssek woll vartooren. Met Tahn un Drücken kann ek dä Döör denn irjendwie doch affschlooten. Fein, enne neje Döör hewwe ek all lange bruuket. Oawer nich hüüte, wenn an’n Enne det Chelles noch ümmer ssauveele Monoat doa is!

Dat Auto springet Chott-ssei-Dank chliek an un ek denke: „Nanu? Dat is joa moa wat! Dat beste, wat mek bet jetze passeert is!“ Et chaaht up dä Strooten un ek koome chaut voran. Wenn et jetze ssau weejer chaaht, denn könne et joa woll doch noch wat weer’n. Dä Schlange an dä Ampel is hüüte oak choarnich nich lang un schwupp di wupp bün ek all bee dä Arbaat.

„Watt is denn dat? Dä Parkplatz is joa chanz leddich! Hewwet denn hüüte alle varschloopen?“, chaaht et mek door’n Koppe. Düttmoa kann ek chanz vorne parken, chliek neben dän Chef ssien Auto. Hei is wennichtens all doa. Ek stell mien Motor aff un will rinnchoahn. Oawer worümme is denn dä Firmendör awweschlooten? Ek mooke ssei upp un wolle nu direktemang in mien Büro. Doch upp aanmoa staaht mien Chef vor mek un ssecht met chroaten Oagen: „Wat mooket Ssei denn hee an’n Karfreedach? Ssei wolln woll Oawerstunnen mooken or enne Jehaltserhöhung hem?“

Nu fällt et mek in: Wee hewwet hüüte Fejjerdach un ek Dölmer denke, ek harre varschloopen, harr mien Balch varbrühet, dä Döör kaputt e’mooket un miene Schulter ruineert! As ek ssaa innehohlen dää, antwoore ek dän Chef: „Ek mooke hüüte moa dä lejenjebliewene Arbaat wech, doamee ek mek von dän Chelle, wat Ssei mek mehr cheeben willt, enne neeje Huusdöör kööpen kann.“ Mien Chef gucket wie’n Auto, bloat nich ssau rasch. Hei kann joa nich weeten, wat hüüte morjen bee mek allet ssau passeert is.

Hans-Benno Walter ut Arften (Erbsen)


De verunglücketen Austeraiere

Austern! Ach wat freuet seck dat Minschenharte! De Märzblaumen un de Toitlöseken, de kumet te ierst. Datt sind de Blaumen, de häbbet dat  Freuhjahr innelutt. De Immen kumet iut`n Korwe,strecket seck de Fittiche un fleijet weg. Sei säuket na Honnig ümmeher. Auk en Bottervugel (Schmetterling) strunkelt inner Sunne anner Grabenböschunge lang. Stare zwitschert,Drosseln flatjet, un de Sperrlotzen krakeelt upp de Daakrenne.

Boltin’s Heinrich gaht duur de Feldmark un kucket na seunen Kuurn uppen Felle. Seau häbbet dat all de Aultvöddern ’emaket, seau moaket hei dat auk. Seun Junge Oswin is niu auk all twintig Johre ault, un Heinrich denket teruie. Vuur foftein Joahren satt hei einen Dag vuur Austern upper Bank, die inner Stuben stund. Seun Junge was daumals feuf Joahre ault. Oswin stund neben ühne un kucke iut`n Fenstere. Jedetmoal, wenn en Pärwoagen oder Luie vuurbeu keimen, wolle hei seck freuen. Hei jiuche örndlich.

Da kümmt Heinrich seune Friue rinn. In Arme hät se ne Schöttel vull mie Aieren, dä se upp Austern noch kuuken un bunt moaken wolle, un will se upp`n Disch stellen. Upp einmoal röppt dat Mäken, wat beu ühne in Deinsten was: „Friue, kuumet se moal grade riueter, eck glöbe, dat eine Gössel gaht daut!“ Die lütje Oswin danze beu seunen Vader upper Bank hen un her. Un wu datt seau soin sall: Oswin kümmt in`t Stolpern un sleit hinnen ower. Vader woll ne noch snappen, aber et was te late. Oswin satt mie soiner hübschen marineblagen Kneihuse inner Schöttel vull Aiere. Uppspringen un soinen Jungen hauchreuten, was eins. Aber dat Rührai was fertig. Oswin stund ganz krumm upper Bank. Hei tog seck mie spitzen Fingern den Hosenbodden lang, dat was ne woll te natt. Dat Aijeele drüppe, flott ne ann`n Strümpen bett upp de Hacken un kleckere von da upp de Bank. Hei bölke seck de Kehle iuten Leiwe.

Da kümmt de Mudder rinter.“ Ach, diu grauter Gott, watt is denne heuer laus? Oh Oswin! Oh Oswin ! Ach diu leiwe Toit, moine hübschen Eiere fuur Austern! Heinrich, wat häbbet jeu blaut ’emoaket? Nä,nä Kerl, kannst diu denne gar nich en bettchen upp den Jungen uppassen? Jeu Mannsluie sind aber auk te ste briuken. Jiut Eeten un Drinken un Smöken, da denke jeu an. Nä,nä, watt is meck dütt?“

„Wieschen“ see hei vuur seune Friue, „ wenn diu niu nich gloik deun Miul hölst, denne stülpe eck deck die Schöttel mie den Rührai owern Kopp. Sone Schöttel hüürt upp`n Disch un nich upp de Bank. Deune Melk setteste auk jümmer inne Treppe, datt de Katten se iutsiupen könnt.We oft sall eck deck dat noch seggen? Ümme dat Gössel briukest diu nicht te laupen, dat gung ahne deck daut. Niu hest do wier duppelten Schaden: dat Gössel un twintig Aiere.“ Wieschen see nits mehr, sei moake en schweiwet Gösch, tug Oswin anneret Tuig an, schüdde dat Rührai inn`n Swoineemmer un moake ühre Arboit. En annern Dag kuuke se doch noch en poar Aiere, denne süst wörret je kein richtiget Austerfest ’ewest.

Friedrich Leiffhold, Einbeck
uppeschrieben von Loni Meinecke, 25.03.2020


Bonpflicht un Boaret

Kinners, nee, et werd doch ümmer verrücketer inne chroaten Wertschaft. Nu mott oak use Bäcker fur jedet Brötchen wat eck köpe, nen Bon drucken. Dä Vurdääl is, dat eck nu ümmer jenau waat, wat dä Choldbube un wat dat Weltmesterbrötchen ’ekostet hät. Denn eck kriech joa nu nen Bon. Dat is nu Vuurschrift, ssächt Minister Scholz. Doamee kann Schwattcheld ’emooket weern!

Eck hew choar nich ’ewusst, dat utjereket mien Bäcker met mienen Brötchen Cheld waschen wolle. Un miene poar Krötens ssind doch ehrlich verdaant. Kann doch nich anchoahn, dat dä Finanzministere mienen Bäcker un meck in’t Visier noomen hät.

Offwohl, hät dä merket, dat use chanze Hoff (oak dä Dääl hindern Huuse) fur nen poar Joahr’n ploastert woorn is un dat von dä Ploasterer-Kolonne nich alle Düütsch proaten konnen? Oaber allet is richdich affereket woorn… vuurne dä Hoff jedenfalls.

Na ja, dä Bäcker drucket nu also Bons upp duier Papeer un wenn do denn sunnobends ansteihn mosst fur diene poar Brötchens un denn sind utjereket dä Sorte Brötchens alle, dä do köpen wollest un denn is viellichte oak noch dä Kassenrulle alle, jenauch Klaancheld heste oak nich, ümme dä aan Euro achtuntwintich tau betoalen – un weil do met’n Fuffzich-Euro-Schien betoalen wudd un dä Bäckersche hindern Tresen all dä Oagen verdrejet, denn brukeste düchtich veele chaue Laune, dat dä Dach deck nich schon an’n Morjen verhoagelt.

Oaber nu is dat Herrn Scholz woll ssunnobends bee ssienen Bäcker in Hamborch woll ssülmest oak ssau passeert. Eck heff nu höart, dat Minister Scholz nu woll als nächstet dä Aan- un Twaa-Cent.Stücke affschaffen will, doamee dä Kroamereje noah dän Klanncheld uphört un weil dä Cent-Stücke an Materiaol duirer ssind als dä Wert, dä doa uppe staaht. Freuher hät dat häten: „Wer dän Pennich nich ehrt, is dän Toaler nich wert.“ Eck hew nen chanzet Marmeloanchlass met Klaancheld spoaret. Wat mooke eck denn doamee? Bringe eck dat tau’n Bäcker oder tuuschet Resebeck meck dat chejen dän Kupferpries ümme oder schmeete eck allet Ssunndach fur Ssunndach in’n Chlingelbühl? Ssicher is: Dä Bonpflicht is nu inne Welt un dat Klaancheld mott wech.

Joa, nu ssüh man tau, wat do mookest met dienen Toalers un dän veelen Kassenbons.

Beste Chrüße
Joe Meta

Gladebeck, Februar 2020


Freedoage for de Taukunft?!

Kinners nee, watt hewett wee Best-Older-Luie doch för ne düstere Taukunft. Aan Joahr is datt nu all, datt dä Kindere an Freedach nich inne Schaule choet.

Un dat nur, weil se Angest ümme dä Taukunft hewwet. Watt löppet denn doa schaap? Dä sind jung, dä sind ümmer online,  hewwet tau Eeten, hewwet nen Dack owern Kopp un könnt dusend faane Soakens moaken. Un dänn sind se doch sau moadich un gucket sau stump noa vuurn. Watt is denn dat för ne Instellunge? Watt schmöket dä denn hüte, datt se sau düstere Jedankens hewwet?

In Freujoahr is meck dütt uppe Oarbaat passeert: Et was Taukunftsdach, dä Kindere sollen nen Inblick kreejen in dä Oarbatswelt, un zwoar Jungsens in Meekensberufe und Meekens in Jungensberufe. Is meck recht. Denn moal tau un dä Jungens innen Kinderchoarden bringen, doamee, datt se veelichte Kinderverzieher lernen willt.

Eck also met dän Bengels uppen Wech noa dän Kinnerchoarden und denn vertellt dä baaden meck: „Joa, wee hewett ne faane Tied: Middeweeken free, weil Abitur-Prüfunge sind, Donnsdach free, wejen Taukunftsdach, Freedach free taun protesteern för ne noch bettere Taukunft un Sunnoabends is sauwesau kaane Schaule.“

Bidde, hewwe eck dat richdich verstoen? Dä sind nur twa Doage inne Weeke inne Schaule un hewwett denn ok noch Angest ümme dä Taukunft? Joa, watt soll eck denn dann seggen? Eck choe fief Doage ümmer int Büro, för nen chanzen Dach un waat nich of miene Rente moal rekket. Un düsse Cheneration von Bangebüchsen soll moal miene Rente betoalen? Joa, wie soll datt denn moal werd`n, wenn dä all hüte nur nen poar Doage inne Weeke inne Schaule choet/föhrt werd`t?

Wenn dä denn moal fief Doage an Stücke oarbaaten sollt, datt sind dä choar nich jewohnt!  Dänn jerät dä rackern-un-rauhen-Balanxe von düssen Chreunschnobels ober mächdich in Schaaploage. Datt moaket meck düchdich angest ümme miene Rente. Miene Taukunft liejet in düstern! Of eck jetz woll ok moal miene Kollejens doatau anstifte freedachs för ne bettere Taukunft te protesteern? Moal ssan, watt denn dä Chef doatau te seggen hätt...

In düssen Sinne: Bliewet moal uppen Teppich un speelt  moal nich sau veele in Instagram un Youtube.  Dä Taukunft  werd better als je denket, packet moal düchdich met an!

Joe Meta (Gudrun Stutz, Gladebeck)
Chloake, September 2019


Ek ssinn hee for miene Enkels                 Ich bin hier für meine Enkel             Denn wir haben ja nur

Et draff doch woll nich woahr ssien! Willt wee ösek werklich choar nich ändern un schließlich un endlich nits mehr owerloaten for use Kindere un Kindeskindere? Nee, ek denke, wee alle möötet use Lebensjewohnhaaten owerdenken.

Un doamee use Politikers bechriepet, dat wee rasch varbindliche Rejeln bruuket, an dä ssek alle hoal'n möötet, doamee dä Hitte nich noch veele mehr taunümmt, dat Woater nich chanze Landstriche owerschwemmet un use Veelfalt an Tier'n un Planten upp dä Eern erhoal'n blifft,
choah ek an'n Freedach oak weer upp dä Stroaten - for de Taukunft von miene draa Enkels.

Andreas Kompart
Oalessen, November 2019


Underwejens

We veele Minschen ssao ümme 1945 underwejens wöern, dat kann sseck hüte kaum noch einer richtich vorstellen. We wohnen doamoals im „Netzebruch“ in Pommern. Miene Mudder (37 Joahre), mien Brauer (12 J.) un eck (8 J.). Voader was in`n Krieje un we harren sseit Oktober 1944 kenne Noahricht doavon.

Anfang Joanowoar 1945 heit et: Dä Russen komet, we mötet her wech. Met Nachboarn tessamm woard dä chroate Leiernwoogen annespannt un met dän noödichsten Ssachen vull`eloahn. Dän Käuhen un dän andern Veihe wuordn dä Kribbn noch e`moal met Futter vull`estoppet, ssao veele we rin passe. Un denn ching et loas, Richtung Westen.

Ower all noah `n poar Kilometern keim`n se alle tau der Inssicht, dat et doch kenn`n Zweck hät. Dä Russe dee össeck doch boale inkriejen. Et woard ümmedräjet, we föhren weer noah Hus un ssao wöern we mant enn`n Dach „underwejens“.

Ower et ssolle joa noch anders kom`n. Von dän nächsten halben Joahre, wo dä Russen denn doa rümmwäusten, will eck her nich vatelln, doa wöern we joa nich „underwejens“. Ende Juni keim`n se denn, un vakloarn össeck, dat we innerhalw ner halwn Stunne dat Hus valoaten moßten. Meenöhmen konn`n we, wat we droogen konn`n. Weil we intwüschen `n kranken Mann ut dä Vawandschaft be össeck harren, dä nich loapen konne un eck met mienen 8 Joahrn oak noch nich bessonners langstreckentauglich was, hot we denn doch `n Handwoogen nomen.

Un denn ching dat loas, weer up dä ssölbn Stroaten wo we et `n halwet Joahr vorher all moal vassocht harren. Dä unendlich lange Treck tooch sseck Richtung Frankfurt, wo we, ower ne Behelfsbruijen, de Oder owerqueern. Te eäten chaff et wat we von te Huus menomen harren oder wat we up dän Feldern funnen. Drinken konn`n we bloat wenn we Jelejenheit harren Woater awtekooken. Ssloopen wourd in valoatnen Hüsern oder Schün`n.

Dä Russen vassochten ümmer weer össeck dat betten wat we noch be össeck harrn wechtenöhmen. Un wer nich mehr weer konne bleew an`n Stroatenranne lejen. In`n Oderbruch, be „Neu Hardenberg“, harren we Vawandschaft, doa schleepen we össeck eerstemoal hen. Dat Huus was vull von Vawandten un annern Flüchtlingen. Bloat te eäten chaff et wiet un brät nits mehr.

In der Chejend harren dä lesten Kämpfe vor Berlin statt`efunn`n. N`n poar Monoate hot we doa utehoaln. Te eaten chaff et merstens chräune Boahnen. Dä fund man noch up dän Feldern. Dä kranke Unkel un mien Chrossvoader wöern all`e storbn. Denn ching `n Transport noah `n „Westen“. In Chüterwoogens weörn we doogelang underwejens, bet se össeck in Parchim rutschmetten.

Dän Handwoogen harren we noch be össeck. We dorften ower nich in de Stadt. Ancheblich wejen Sseuchenjefoahr. An`n Stadtranne leichten russche Ssaldoaten. Dä wolln irjend wat, ower we konn`n se nich vastoahn, un se wiesten ümmert up usen Handwoogen. We chlowten, dat we no dän lesten Rest von user Hoabe oak noch loas wuorn. Ower we merken denn, dat se dän Kokepott meinen, dä up usen Handwoogen annebunnen was. Se wiesten oak ümmer up ne Chullaschkanonen. Un denn hot se össek dän Pott vull Zoppen füllt. Wat dat oak ümmer vor ne Zoppen ssien mochte, schmecket het se wunnerboar. Dat is dat einzije Moal wo eck ne chaue Erinnerunge an dä Russen ho.

We toochten denn up`er Landstroaten weer un keimen in dat Dörp Groß Godems, wo we inquarteert wuorn. Wat in`n Oderbruch dä chräunen Boahnen woörn, dat woörn in Meckelnborch de Steckräuwe (Wrucken). We konnen össeck oak jeden Dach, pro Persson, `n halwen Liter Moogermölk von ner Molkeree langen. Oak noah de Schaule moßten we doa weer choan.

Ne Tante von meck ssee ümmert: „Wir müssen weiter nach Westen“. Miene Mudder konne dat nich ssau richtich vastoahn. Denn wer konne denn wetten, dat et in`n Westen better was. Un et konne sseck oak keiner vorstelln, dat et be düsser Reise kein Teruije chaw. Deswejen wolle se oak nich ssau wiet von te Huus wech. Anfang Mai 46 ching denn ower doch use Transport noah `n Westen. Ümmerthen was et all `n Perssonenzuch. Dän Handwoogen konnen we nich mähr menöhmen. In Oarnshuusen (Arenshausen), dat was joa noch „Sowjetzone“, keimen we in`n Barackenlooger un wuorn erstemoal richtich „entlaust“. Dat het, `n Inssekten-Chift-Pulver wuord össeck in`n Kroogen un inne Hosen pustet. `n nächsten Dach wuorn we ower Feld- un Holtweeje ower de Zonenchrenze schicket. Wer ssien Jepäck nich droogen konne, konne sseck `n Mann met Handwoogen meen. Wenn man Chöld harre.

In`n Westen annekomen loogern we erstemoal an`ner Chosseeböschunge. Doa keimen de Amerikoaners un we kreechten erstemoal Kakao te drinken. Doa wussten we, dat et in`n Westen better was. Von doa ut wuorn we met Lastautos un Bussen in`t Looger Friedland `ebrocht. Twa Weeken hot se össeck doa betreuet. Dä Wellblechbaracken, Nissenhütten jenannt, woörn spartoanisch innerichtet. Holtpritschen, ähnlich we Paletten, woörn de Möbeln. Waschjelejenheiten woörn buuten. Ower et chaw Decken un chaue Vapflejunge. An`n twaaten Juni 1946 hoet se össeck denn in Bussen in use Dörp inner chauen Chöttinger Cheejend `ebrocht.

Ein Joahr woörn we underwejens – un wenn eck hüte vassäuke dä Jeschichte up Chöttinger Platt te vatölln, denn kann man woll ssejen, dat eck chaut annekomen ssin.

Siegfried Hahn ut Spoonke (Spanbeck), 2004


De Harbest

Watt was denne freuer Erntedank. Wenn et Wedder immer giut was, was de Arn giut. Denne danke man von ganten Harten. Harre et aber Hagelschiuer jegieben, oder Rejen wenn man ne nich briuke, denne wörre de Arn dahen, un de Minschen moßten an ühre Rücklagen gahn, weil se nits verköpen konnen. Mißarn gaffet viele, aber auk jiue Arn. Man verzweifele anner Natur un an Gott.

Beu jiuer Arn wörrn de Schuinen voll mie Getreide, mie Reube,Kartuffeln. Et Jemüse iuten Garn kamm innen Kelder. Allet wörre verwertet. Et word innekuket. Allet Ubest kamm inne Gläser ore inne Marmelode. Reubesaft und Zwetschenmaus word innen Kettel jekuket. Dat gung innen Dörpe ringsrümmer ümmer inner Gemeinschaft. De Zwetschen wörren iut`e buttchet in grauten Mengen. Dat was auk ne Lust, wenn twei oder drei Fameulien Reubesaft oder Zwetschenmaus in en Kettel kuken. Auk de Kartuffelarn un de Reubearn word inner Jemeinschaft emoket.
Jeder hulp den Anneren mit Mann un Muus un Kinneren, alle moßten mie naen Felle un helpen. Da gaffet dat Vesper uppen Felle, un dat smecke besünders, weil en ja viele arbeiet harre. Beuen Kartuffelruhen was tean Schlusse dat beste, wenn dat Kartuffelkriut upp Hucken sammelt word un anne stuken wörre. Woi Kinnere häbbet de lesten Kartuffeln innet Fuier smetten un gar prutzeln laten, uppen Felle awjepellt un uppe getten. De Finger wörren swart un de Sniuten auk vonner swarten Pelle.

De Kinner moßten in Harbest naen Holte un Baukeckern seuken. Davon wörre Kauken ebacket, aber nicht jeder Müller konne Baukeckern mahlen.
Von Baukeckern gaffet Mehl un Öllig, allet konne innen Hiuse gebriuket wern. Reste kriejen de Sweune. De Schape wörrn jeschurn, ierst wörre de Wulle woschen unne sponnen denne harre man Wulle vurn Winter tean knütten vur Strümpe un warme Leuweken. Denne wörren in Harbest Pilze socht. Se worren uppefömet un jedreujet un vur en Winter vur Fleischgerichte numen. Vielet Obest wörre jedreujet. De Appelringe wörren uppen Stocke inne Sunne hänget oder später uppen Uben gedreujet. Et was denne Nahdisch, ore vur`n Abend tean naschen.

Iut den Erntedankfeuern wörren freuer de Kermissfeuern (Kirchweih) uppen Dörpe. Tea düssen Feuern wörren alle Verwandten un Bekannten innelaen tea Zwetschenkeaken un Musoike. Sea was de Affschluß vonnen Erntejohre. Denne gung et weuer mie Advent un Weuhnachten ...

Uppeschrieb`n von Loni Meinecke ut Ackenhiusen
annen 26.09.2019


Arnefest

Niu is baule wier Arnedank. Dat werd jau dei mersten Toit an ierst'n Sonndach in Oktowere e'foiert. Wenn awer dei Pastor mehrere Dörpere töe bewandern hät, denne kann Arnedank auk ma löeter e'foirt wern.

Jenfalls is dei Sommer niu wir ümme, dei Oktower is da, un dei Biur'n sittet in der Kerken un danket forr dei Arn dei inneführt is, un auk alle andern dei auk wat danken willt gahet auk nar Kerken.
Boi ösch was dat froiher jümmer söo, dat eine Wäcken forr Arnedank, dei Konfermand'n mie'n Bolderwagen orre Melkkaarn dor't Dörp e'togen sind, un häwet forr Arnedank e'sammelt. Minsche, un dei Wagen was vull mie Kartuffeln, Äppele, Kauhl un Kürbis'e. Baule jeder harre nen Gaarn un alle häwet wat e'jiem. Mie den ganzen Eetewarkes wurd denne dei Kerken e'smüket. Un hinderher wurd alles an de Krankenhuiser aff ejiem, davon wurd denne en örndlichen Pott Durnander (Eintopf) e'kooket.

Dei Toi'n sind niu awer vorboi. Dei Konferman'n kennt huite gar kein Bolderwagen mehr, un doer't Dörp trecket se söewiesöo nich. Dat is nich cool, un boin Daddeln, orre vorrn Computer, orre boin Föotball spieln, kroiget se dat nich mehr upp de Roije. Un denne kümmt auk noch datöe, dat dei Lui'e keine Kartuffeln un Jemüse mehr in Gaarn häwet.
Da is jetz en Doik mie Kieselstan un en englischen Gaarn wu ne Holliwodschaukel uppe stäht. Innekooket werd all lange nitz mehr. Un mie den Krankenhuisern is dat auk nich better. Dei Krankenhuiser sind öndlich bange forr injekooket Eetewark un dröwet huite dat Jesammelte iut'n Gaarn auk nich mehr annüh'm. Ahne Herkunftnahwois un ne List'n mie Inhaltstoffen gäht nitz rinn in de Küken un auk nitz wier riuter. Nä, nä, düsse Ansprüche huitigen Daages.

Froi'er gaff et Haferflocken, un huite picket se Chia-Saa'm un meinet, davon blifft dei Hinderst'n un de Hüft'n in Form. Mie den Katufeln is dat auk söo. Froi'er solln se feste un geel soin. Huite sind soite Kartuffeln ne Delekatesse. Kannste deck da noch anne erinnern, froiher sind soite Kartuffeln in Swoineemmer e'wandert. Un denne wurd froiher von den Äppeln Appelmöos e'kooket. Huite köpet se Flaschen mie püriert'n Owest (Obst) un wenn denne da Smothie uppe stäht, blaus denne is et richtich jesund. Woi häwet noch Köohmälk edrunken un Pudding davon e'kooket, dat konne jeder verdragen. Huite sind ja dei Veganer un Lactosianer upp'n Vorrmarsch. Mälk von der Köoh liehnet dei aff, dei drinket Sojamälk un meinet, dat is wat Jöo's un kann dei Welt rädd'n. Dat Enne von Lei'e is, dat keine Köoh mer in Döörpe töo fin'n is blaus noch Rindveichers.

Söo is ett niu, dat Arnedank doch nich mehr söo is, wu et ma wass. Dei Landwirtschaft, un dat wat huite upp'n Tellder kümmt, het seck in den lest'n Jahrn mächtich e'ändert. Dei Biur'n möttet seihn, dat dei Höwe nich undergahet.

Wenn alles noch inner Spour blifft, daforr sind alle dankbar, un gahet an Arnedank in de Kerken. Woi alle könnt dankbar soin dat woi jesund sind, dat dei Rente räcket, dat woi Arbät häwet un jöo'e Kollejen, dat dat Köhlschapp jümmer full is un jenöoch Kartuffeln in Kelldere loi'et. Ach, et jifft diusend Grünne töon danken, jeern auk in der Kerken, dei Pastur froi'et seck ower deck. Niu man hille dei Kollekte insteeken un denne laus. Eck wünsche noch all'n en göo'n Arnedanksonndach.

Jiu'e Albert Behrens iut Sülbke.


Oldwieversummere

Lawe Frowens weetet je all, wann Oldwieversummere is? Nee? Eck waat nu wann datt loas chaat:

Düssen Summere was eck met Anke uppen Foahrroae anne Ostseeküste underwejens. Wej baade sind von Travemünde bett noa Stralsund föhrt, metten Foahroae, ümmer an Woatere lang. Et was kortt vur Oahrenshoop, dä Sunne schien, dä Steilküste sau herrlich, dä Strand sau schier un witt, datt Woater sau blooch un mien Hindern sau malädeert. Also weej baade ruut ut den Plunnen und chliek nackich inne Ostsee (Boadekleed mossten wee spoarn, wöare te veele Jepäck wesst). Ach, watt was datt ne Erfrischunge, datt konnen wee baade chaut uthoalen.

Un denn kamm nen Schaulmester mit sienen Schaulkindern. Dä Schulmester, `nen chanz adretten jungen Kerl, mach woll sau bummelich 30 Joahr oalt west sien, dä Kindere veelichte 5./6. Schauljoahr. Dä ssah össek baaden met chrauen Hoaren un met noch wennijer an als Evas Kostüm. Ha dreje seck ümme un raupe tau dän Kinderen: „Nu gucket bloat moal alle chanz doa hinne an Horizont, datt chraue, doa sind twa chroate Frachters underweejens!“

Ha hätt dä Kindere bloat instrueert, doamee, datt se össek nich angucken sollen…

Datt sind denn sau Momente wo eck meck froage: Kann datt sien? Biste jetz nich mehr flotte Segeljolle sundern oale Fregatte, biste nich mehr Sperling sundern oale Uuhl? Tja, denn is et sau wiet, datt dä Oldwieversummere seck anmeld`t un doarümme wünsche eck besunners allen oalen Wievern `nen wunderboaren Harvest!

Joe Meta
(Gudrun Stutz, Gladebeck, Juli 2019)


Hochtied feejern

Eck waat nich, of je in dä lesten Tied mol up Hochtied west sind? Nee? Also Hochtied feejern is nu oak richdich komplizeert wurd`n: Hochtied wurd jo taue Tied von mienen Öldern merstens feejert, wenn all watt underwejens was. Un denn kamm in den 60`ern joa dä Pille un dä Frowens mossten denn nich mehr alle metten dicken Buuk vurn Altoar.

Hüte chifft et social freezing, doamee könnt dä Kindere dann komen, wenn`t met de Karriere chroade passet oder wenn man all boale in Freurente chaat. Oaber eck schwiefe all wia aff...

Wej hewet noch Hochtied feejert, wie et seck jehöre: Datt Upjebot wurd bestellt un in Kasten utehänget, denn irst Trounge in Standesamt un Pulteroabend und denn sülmestverständlich chliek hinderher Hochtied inne Kerke. Dat Feejern konne man dann allet in 3 Doagen schaffen un doartwüschen ok noch melken un dä Kartuffeln spritzen.

Man wusste oak, watt man annetetrecken oder tau schenken harre: Antoagen wurd von dän Mannsbildern dä chaue Anzug, un dä Frowens harrn aan chauet Kläd in Schranke. Denn wusste man oak, man konne taun Pulteroabend hönchoen un chroadeleern, konne pultern, drinken und Mettwostbroat eeten. Man wusste, datt man ne Koarte schriewen mosste, un datt oak nen Usamboaraveilchen oder ne annere Pottblaume ümmer doatau höare. Mannichmoal wurd Cheld in nen Kuvert doen, un mannichmol chaff et taun Huushold doatau.

Uppe Fejer wurd sungen und danzet, Koarten speelt un denn wia sungen un drunken, un et was wunderboar! Hüte is doavon nich mehr veele owerbleeben. Irste moal: Pulteroabend chifft et nich mehr, datt hätt nu: Jungjesellenafschied und dä Bräutigam un oak dä Bruut müschet met sienen Tropp de Fautchängerzoane upp ümme seck an Oabend in`n Club te besoopen un dä Bruut moaket Wellness-Weekenenne met sienen Nymphen un mischet dän SPA-Beraak in Hotel upp ümme seck an Oabend ok te besoopen. 2. Wenn Standesamt wass, denn waat man trotzdem nich, off datt Poar verfreejet is, weil jeder sienen Noamen behoalen hätt. 3. Hochtied inne Kerke? Datt is nich sicher, datt Bruutpoar is velichte choar nich inne Kerken un nöhmet laawer ne Freje Trounge.

Un allet innefalf von 3 Doagen? Datt eck nich lache, twüschen Standesamt und (veelichte) Kerke liejet bummelich 1 Joahr! Un denn kome eck an miene Chrenzen, weil eck nich mehr waat: Heste all ne Koarte schreeb`n taue Standesamtliche Hochtied? Was nen Blaumenpott doabee? Wie heetet dä bade ajentlich?

Übrigens, bevur eck et verchette: Eck heff ne watts-nu-all wia von minen Poatenjungen kreejen, ha was met ssiene Freundin in Neuseeland west, jetzt sind se terüje un willt frejen weil watt underwejens is. Trounge is jetzt irste moal in Standesamt un denn nächstet Joahr inne Kerken...
Un eck heff antwurtet: „Junge, taun Baby moaken bett an`t Enne vonne Welt? Datt hewett we freuer ober oak in Huse terechte krejen!“

In düssen Sinne: Eck wünsche allen dä Hochtied feejern willt, möttet, sollt ne hübsche Feejer!

Joe Meta
(Gudrun Stutz, Gladebeck im April 2019)


Härrest doa datt 'ewusst?

Ass ett in lesster Tiet meck nich ssau jelingen wolle, wie eck ett chern 'ehatt härre, kamm et vor, dat eck meck ssüllmest mett dän Wooren tröstete:

"Herr Mägerlein hätte das auch nicht gewusst!" Wiessau denn datt? Nu, ett is schon enne Tiet her, vor Joahrn wass ett, doa harre eck düssen Utspruch all aanmol 'ehöert. Un von doa is haa woll in mienen Ohrn hängen bleeben.

Ober nu von Anfange an: Hans Mägerlein wass doamols Quiz-Master been Fernsehn un modereere doa dä Ssendunge: "Hätten Sie's gewusst?" Irjendwie wass ett underholnd un man konne been "Sehen und Hören" rutkriejen, watt man wusste oder oak nich. Man fiebere mett dän Kandidaten, datt ett upp dä jestellte Frooge dann dä richtije Antwoort cheben mööge. Un wenn ett nits word, ober man vor ssiener "Kiste" ett henn un weer wusste. dann kamm man sseck chanz schön oberleejen vor. Dat hille ober nich lange an, man konne bee dä nächsten Frooge chanz schöen "doof" doastohn. Ober man wass joa nich ssüllmst in'n Rampenlicht. Underhoalend wass ett allemol.

Un dann passeerte ett, datt aan Kandidat (Maut harrn sse joa alle) noah enner chanz schwoaren Frooge entrüstet taureuje froogen hätt:
"Hätten Sie denn das gewusst, Herr Mägerlein?" Dä Antwoort doarupp häwwe eck varcheeten, ober von doa kamm dä Ssatz woll her.

Doatau noch dütt: Heinz Mägerlein wass oak Sportreporter. Been Springen stund haa anner Schanze, harre ssien Mikrofon doabee un berichte for datt Fernsehen. Haa wusste tau jeden "Springer" watt tau ssejjen un informeere ssau dä Sportfrünne vor öhren Bildschirmen. Aanmol hätt haa ssienen Bericht mett dän Wooren blaumig annefongen: "Un ssa stunnen an dän Hängen und Pisten." Haa konne ett aanfach nich varstohn, datt sau veele Leuje ober ssien Woore lacheden. Datt wass an'n andern Dooge noch aan Thema an miener Arbaatssteh'.

Karl Fengewisch 2018, Plattdeutscher Kreis im Heimatverein Grone e.V.


Taxi-Cheld

Hewett Sa Kindere? Döchtere? Nee? Denn danket se man den laven Chott.
Dütt hett seck be ösek taudroagen: Imke, miene Dochter, wolle metten Flaajer von Berlin noa Montpellier. Is ja an un fur seck nitz cheegen te seggen. Ober, doatau mosste öt obands mettn Zuche von Chöttingen no Berlin, un denn doa ane Nacht sloapen. Minsche, dachte eck, dat arme Meeken, nachts in Berlin, un denn von Boahnhowe bett noa dä Owernachtunge, un denn dä veelen Spitzbuben an Alex un inne U-Boahn! Nee, datt chaat choarnich. Also eck mien Portemonnaie herlanget un chaff öhr 50 €. „Heje, dütt is fur diene Riese, nümm deck doafur nen Taxi von Boahnhowe bett tau dien Hotel.“
„Oh, Mamme, machst deck woll doch noch Soarjen ümme meck? Brukeste ober nich.“ Un schwupps hätt et seck den Schien innesteeken. Nächsten Dach hewwe eck dann ne Watt-is-nu-all-wiawhatsapp krejen, daor inne nen Foto von Imkes Feuten un düssen Text:

sprechblase

Eck waat nich, erjend watt löppet schaaf met mienen pädagogischen Jeschicke.

Joe Meta

Chloake, August 2018
(Gudrun Stutz, Gladebeck)