Plattdüütsche Jeschichten


Härrest doa datt 'ewusst?

Ass ett in lesster Tiet meck nich ssau jelingen wolle, wie eck ett chern 'ehatt härre, kamm et vor, dat eck meck ssüllmest mett dän Wooren tröstete:

"Herr Mägerlein hätte das auch nicht gewusst!" Wiessau denn datt? Nu, ett is schon enne Tiet her, vor Joahrn wass ett, doa harre eck düssen Utspruch all aanmol 'ehöert. Un von doa is haa woll in mienen Ohrn hängen bleeben.

Ober nu von Anfange an: Hans Mägerlein wass doamols Quit-Master been Fernsehn un modereere doa dä Ssendunge: "Hätten Sie's gewusst?" Irjendwie wass ett underholnd un man konne been "Sehen und Hören" rutkriejen, watt man wusste oder oak nich. Man fiebere mett dän Kandidaten, datt ett upp dä jestellte Frooge dann dä richtije Antwoort cheben mööge. Un wenn ett nits word, ober man vor ssiener "Kiste" ett henn un weer wusste. dann kamm man sseck chanz schön oberleejen vor. Dat hille ober nich lange an, man konne bee dä nächsten Frooge chanz schöen "doof" doastohn. Ober man wass joa nich ssüllmst in'n Rampenlicht. Underhoalend wass ett allemol.

Un dann passeerte ett, datt aan Kandidat (Maut harrn sse joa alle) noah enner chanz schwoaren Frooge entrüstet taureuje froogen hätt:
"Hätten Sie denn das gewusst, Herr Mägerlein?" Dä Antwoort doarupp häwwe eck varcheeten, ober von doa kamm dä Ssatz woll her.

Doatau noch dütt: Heinz Mägerlein wass oak Sportreporter. Been Springen stund haa anner Schanze, harre ssien Mikrofon doabee un berichte for datt Fernsehen. Haa wusste tau jeden "Springer" watt tau ssejjen un informeere ssau dä Sportfrünne vor öhren Bildschirmen. Aanmol hätt haa ssienen Bericht mett dän Wooren blaumig annefongen: "Un ssa stunnen an dän Hängen und Pisten." Haa konne ett aanfach nich varstohn, datt sau veele Leuje ober ssien Woore lacheden. Datt wass an'n andern Dooge noch aan Thema an miener Arbaatssteh'.

Karl Fengewisch 2018, Plattdeutscher Kreis im Heimatverein Grone e.V.


Watt was freuer allet nautwendig fuur Austern

Ett was jümmer seau , datt Austern de Beginn fuur datt nieje Wassejoahr (Wachsejahr) was. Auck naen Kreuge noch. Beu ösch wass et seau, de Gaaren mossten reine maket weern vonnen Stöckern un allet Holt un Unkraut. De Restestücke noch ümme graben. Allet fuurbereuten, denne konne innesajet un inneplantet weern.

Ett was viele Arbeut. Auck datt Hius wörre vonn ub`n bette unnen gründlich reune moket, alle mossten mie helpen. Fenster putzen, Gardeunen waschen, de Bedden neu betrecken. Un wer noch keine Matratze harre, moßte dat Strauh iutwesseln. Ett salle allet blitzen un blinkern. De Schea moßten alle putzet wern, se stunnen fuur de Hiusdür uppen Hobbe un alle naen ander wörrn wienert unn e putzet. Datt nieje Freujoahr salle blank begruißet wern.

Denne kamm auck Austern Beseuk, da wolle man seck auck nich blamiern.Na ösch kamm`n jümmer Omma un Oppa iut Ackenhiusen te feote all tean Middagesse. Vuurher gaff ett en grauten Baa`e ndach (Badetag). De Famoilig wolle sauber un reune seun. Datt was de Samstag fuur Austern. Ett gaff ja noch keune Baaezimmer mie Toilette, nee, nur ne verzinkete Baawanne fuur de Waschküüke, un enn Plumpsklo upp`n Hobbe oder innen Stalle, man mosste mier Zeitunge na butten gahn, auck innen Wintere wenn ett kault was.

Inner Waschküüke stund en Kettel, den man underheuzen konne. Water rinter und Fuier under. Wenn datt Water heit was, konne man de Zinkwanne mie manichen Emmer heiten Water befüllen.Denne kaulet Water tea gieb`n, datt es passig was tean baaen. Niu gung ett laus, de iersten wörrn weu 3 Kinnere, woi kamm`n inne Wanne, alle tehaupe. Datt was ne Lust, weu wörr`n ja inner Waschküüke. Planschen, Spritzen, Spoaß häbben, was jiut. Datt Water schwappe uber , worrt kault, wier heitet Woater datea schüdden, datt ett warm blewte. Düsse Kratereuen wörren lustig. Weu blewten seau lange inner Wanne, datt de Haut schrumpelig wörre.Twischendur schimpe de Mudder auck moal. Un denne aftrimo innet Bedde. Na ösch Kinnern gungen denne aber auck noch de Öllern inne Wanne,ett wörre nur heitet Water na schüddet. Aber beu den baden wasset ruhig inner Waschküüke. Datt wass aber noch nich allet. Wenn alle riuter wörrn iuter Wanne, denne kam Sil rinter un denne worre datt Arbeitstuig vonner ganzen Weeke inner Wanne tean innweiken tunket, ümme se na Austern tea waschen. Ett moßte Water spaart wern.

Beu ösch gaff ett jümmer en Austerhasen.(Omma un Oppa harren auck watt miebrocht). Enn iersten Austerdag wörrn Austerajere seuket, beu hübschen Wedder butten, aber auck beu slechten Wedder in Hiuse. Wass et hübschet Wedder, worre naen Middagesse en Spaziergang innen Wald e moaket. Weu Mäkens tugen ösch hübsch an, Mudder moakte en Propeller in`t Hoar(Sliffken), Vaar un Mudder tugen seck auck et bestet Tuig an, Vaar harre en Anzug an un en Heot uppe, Mudder harre en hübschet Kleed an, un denne gung et laus, duur Feld un Wald. De Austerhoase harre uppen ganzen Weje Schokoladenausterajere verstuken, weu häbbet se allen funnen, un ösch wunnert, wuher de Austerhoase wußte, wuu weu lang gungen. Ett was en Spoaß. Aber Vaar un Mudder gungen ja jümmer vorneweg……….

De eijene Jeschichte von Loni Meinecke, uppeschrieb`n in Ackenhiusen, 15.04.2019

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Dä chroate Unkel Max

Doa is ’n klaan Bengel, dä het Oskar. Hei is ’n betten anners as ssiene Schaulkameroaden, sstill un düchtich bange. Bloat to Huus kennt hei ssek uut. Ssiene Öllern un Chroatöllern hoot öhne ssecht: „Dat is chanz un choar normoal. Do büst all ssaa upp dä Wölt ’ekoomen met dien’ langen Duumen. Annere Kinnere hoot enne lange Neesen, affsstoahige Ohr’n or roate Hoare. Do büst wee do büst, un dat is chaut ssaa!“

Dat waat hei joah, ower in dä Schaule … ? Dä annern Kinner gucket bloat noah ssien’ Duumen, dä Mäkens chrienet un mooket ssek lustich – dat is schlimm! Doa chaht ssiene Mudder met öhne noah’n Doktere. Dä Dokter ssitt hinder ssien Schriewdisch un Oskar vartellt öhne ssien’ Kummer: „Nu hät dat ’n Enne! Dä lange Duumen mott aff! Ek wüll nich ’n Krüppel ssien, dän ssei alle uutlachet!“

„Waast do, dat dä Duumen tau’n Chriepen doa is?“ Oskar proveert dat Chriepen un et chaht chaut. „Un wenn dä halwe Duumen awwessneejen is, denn chaht dat nich mehr?“, fröcht hei. Dä Dokter nicket. „Nu ssie man nich truurich, et chifft wat, wat noch veele öweler is.“ Hei langet ssien’ Faut unnern Dische wech, hei tüht ssiene Schäuhe uut un oak dä Strümpe. Oskar kreech chanz chroate Ohren. Nee, dat kann hei nich chlöben!

Dä Dokter hät ’n chanz langen ‚chroaten Unkel’. „Ek hoo öhne dän Noamen Max ’echeeben“, ssecht dä Dokter un lachet. Hei mooke enne Schufloaden upp un doa was ’n Kasten met klaanen Wullmützen inne, just ssau as for enne Barbiepuppe. Hei langet ’n Stift uut ssiene Taschen un moalt ssek ’n Lachjessichte upp dän Fautnoarel von ssien’ ‚chroaten Unkel’. Denn nümmt hei enne Mütze met ’n roaten Bommel un ssett se doarower. Dat ssüht ssau lustich uut, dat Oskar düchtich lachen mott.

„Dokter, moalst do mek oak ssawatt upp mien’ Duumen?“ – ´“Kloar!“ Denn moalt hei Oskar ’n lustijet Jessichte upp ssien’ Duumennoarel, un denn kricht hei oak noch enne bunte Mütze uppessettet. Oskar un dä Dokter chrienet ssek an. „Tja“, ssecht dä Dokter, „do häst dat better as wie ek. Ek mott joa twaa unnerschiedlich chroate Schäuhe kööpen. Dat is düüer! Dien Mudder stricket dek woll for dien’ Duumen dä schönsten Mützen, un dä kost’ meist nits.“

Von düssen Doore an is Oskar dä Star in ssiene Schaule. Alle wüllt ssei bee öhne ssitten. Un ssien’ Duumen wüll hei nu oak nich mehr operier’n loaten.

Sigrun Sachs
(uut: Vertell doch mal – wat för Kinner, hgg. vom Norddeutschen Rundfunk, Wachholtz Verlag 2011, S. 82–83, ISBN 978-3-529-04865-4)


Hoare ssneejen

Aanmoa kamm Klara met enne Schere un frauch: „Waast do, wat ek bün?“
„Nee“
, was miene Antwoort.
„Ek bün enne Frisöse!“
„Do büst kenne Frisöse!“
, ssee ek. „Do kannst choar kenne Hoare ssneejen!“
„Doch! ssall ek dek dat wiesen?"

Ek wusste jenau, dat Klara kenne Frisöse was un ssee:
„Chaut! Denn wiese moa!“
„Bloat, wenn do betoahlst“
, ssee ött. „Enne richtije Frisöse ssnitt kennen dä Hoare, dä nich betoahlen kann. Erst mosst do betoahlen.“
Dat was doch richtich unvarschämt! „Ek hoo noch nie e’hört“, ssee ek, „dat me bee’n Putzer vorher betoahlen mott. Man betoahlt hinderher.“
„Dat stimmet“
, ssee Klara, „oawer bee’n Kunden wie dek mott me ssien Chöld vorher varlangen.“
Un ött ssnee met dä Schere twaamoa in dä Luft rümme, jenau ssa wie ’ne richtije Frisöse.

Ek wolle miene Schwester Klara bewiesen, dat ssei choar kenne Hoare ssneejen konne – oak wenn ssei enne Schere harre.
„Chaut!“
, ssee ek, „ek cheewe dek fief Cent.“
“Dat is mek tau wennich.”
“Ek cheewe dek fief Cent un’n Kaugummi un …….. un’n Flummi.”
Ek lange uut miene Hosentaschen dä fief Cent, ’n Kaugummi un dän Flummi un leeje allet upp’n Disch.
Klara sticket ssek dat Kaugummi hille in’t Muul un kaue, as wenn ött all ’n poar Weeken kenn Kaugummi mehr kreejen härre un grapsche oak noah dä fief Cent un dän Flummi.

“Nu kann et ümme choahn”, ssee ött. „Wie wudd do diene Hoare hemm’? Kort oder lang?“
„Schön!“
, ssee ek.
„Chaut, ek mooke sse dek schön.“
„Dat kannst do choarnich!“
Ek mosste mek upp’n Stauhl for’n Speijel ssetten un Klara wickelte mek ’n Dauk ümme mien Hals.
„Nu mosst do ower chanz stille ssitten“
, ssee ött – un denn foat ött noah öhre Scheren un ssnee – Ritsch! – Ratsch! – drupp loas.

Boale was dä Hälfte von miene Hoare wech.
„Stopp!“ bölke ek. „Hoal an!
„Worümme dat denn? Ek fange doch chroade ers an.“
„Do kannst choar kenne Hoare ssneejen!“
„Doch!“
„Kannst do nich!“
„Un wat is dat?“
frauch Klara richtich vargrellt un hult mek enne Handvull Hoare under dä Neesen. „Hoo ek dä awwessneejen oder nich?“
„Doch!“
„Gucke, denn kann ek joa woll doch Hoare ssneejen.
„Bitte, bitte, Klara! Höre upp! Ek wüll nich mehr!“, bölke
ek.
„Hest do for dat Hoaressneejen betoahlt oder nich?“
„Doch!“
„Chaut, denn mott ek weejer ssneejen. Betoahlt is betoahlt.“

Un ött ssnee un ssnee un ssnee, un dat was chroade ssaa, wie ek mek dat e’dacht harre. Klara kann kenne Hoare ssneejen.
Mien Kopp ssach boale ssaa uut wie enn Stoppelfeld wo dä Plauch alle west is.
Dat harre kenn’ Ssinn mehr doacheejen an to choahn.
„Ssnee!“
, ssee ek. „Ssnee, ssnee, ssnee! Un nu ssühst do joa ssülmest: Do büst choar kenne Frisöse!“

As ek choar kenne Hoare mehr upp’m Koppe harre, chaff Klara upp.
„Ssa“
, ssee ött, „ nu büst do fertich.“
„Un dat ssall Hoaressneejen ssien?“
, bölke ek weer drupp loas.
„Dat jefallt mek ower choarnich! Dat is doch nich schön!“
„Doch!“
, ssee ött. „Dat is schön. For dän Pries ssaachoar wunderschön!“

Un ött loat mek met mien’ koahl’n Koppe vor’n Speijel ssitten un ching ruut noah dä annern tau’n Speelen.

Eine Geschichte, die im Rahmen des plattdeutschen Lesewettbewerbs 2017 von Marleen Wiebe,
einer Schülerin aus der zweiten Klasse der Grundschule Röttgesbüttel (Bezirk Lüneburg), vorgelesen wurde.


Ümmer up dä Lütten

Dat is kaan Varchnüjen, wenn me noch klaan is. Chroat ssien is veele better. Dä Chroaten köönt daun un mooken, wat ssei wüllt. Un dä Klaanen?
Möötet pareern. Jemein is dat!

Ümmer kommandeern un meckern dä Chroaten rümm:

Woasche diene Hänne!
Gucke moa in’n Speijel, Struwwelpeter!
Häst do kenn’ Kamm?
Sssett dek akkoroat henn!
Kippel nich met’n Stauhle!
Loat dien Quiepen ssien!
Et werd ’echetten, wat up’n Dische steiht!
Äte dien Telder leddich, anders chifft et kenn Noahdisch!
Schmatz nich ssaa!
Met vull’n Muule spreeket me nich!
Jeden Dach dä ssölwe Leijer, vun morjens bet obends!
Knall nich ssau met dä Döör!
Pass up dän Weech up!
Tritt nich in Hundeschiet!
Kümm von dän Boam runder! Do kannst dek dat Jenick breeken!
Wie ssüht diene Hosen all weer ut? Büst do doamee in’n Matsch ’efalln?
Drah diene Jaulemussieke moa runder!
Dä Krach is joa nich ut’ehoalen! Doa werd me joa raanewech dösich in’n Koppe!
Hang dien Anorak orndlich up un stell dä Steewele under dä Treppen!
Wie sseiht dien Zimmer bloat weer ut?
Loas, uprüümen, ower piccobello!
Hoal dien Sabbel!

Chistern heww ek endlich met miene Faust up’n Disch ’ekloppet.
„Mama”, bölke ek, „do meckerst dän chanzen Dach! Do nervst un nervst. Ek kann dat nich mehr uthoalen! Ek wandere ut … ek choah noah Amerika!“

Do hät Mama mek truurich an’egucket. Ssei hät mek in’n Arm ’enohmen un hät mek ’edrücket – chanz feste. „Stackel ok do,“ hät sse ssecht, „mien Stackel do! Ek wüll mek bettern.“

Dat was chistern. Hüte hät Mama all weer met mek ’eschümpet. Ek chlööwe, ek choah nu doch noah Amerika.

In Amerika kloatere ek up dä höchsten Böhme un brülle ssau dulle as’n Löwe. Ek matsche un patsche met miene Hosen in jeden Dreck rümme, un ek smeer mek mien Jessichte met swatte Farben in. Ek ballere dä Döören tau, dat dä Wänne wackelt un dä Schieben beewert. Ek eete dän chanzen Dach Vanillje-Iis un Pommes, un ek choah noah’n Bedde, woneer ek dat wüll.

Un doa is kaan einzijen Minsche , dä meckert un mek rümmkommandeert.

Ha, in Amerika mooke ek, wat ek wüll!

In Amerika …
Joa, ek choah noah Amerika!

Moa sseihn – viellichte.

Hans Wilkens
(entnommen aus dem Buch: „Schölers leest Platt“, Schuljahr 3 – 4, Vorlesewettbewerb“ 2017/18,
herausgegeben vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB), 24113 Molfsee)


Mien Tüchnis

Aijentlich is et joa nich nödich, ower ek merke et doch, weil ssek Opa doarower freu’n dä. Un wenn dat ssaa is, denn chifft hei mek allemoa ’n poar Euros.
Ower dütt Joahr is et enn betten anners ’ekoomen, as ek met mien Chifftblatt bee Opa andanzen dä.
„Opa, in Sport heww ek jetz ne Eins“, ssee ek tauerst, mooke dä Köhlschrankdööre upp un chriepe noah dä Melkpulle. „Primoa, Junge“, freut ssek Opa, „ un watt häste in Mathe?“
Ek antwoore nich, weil dä Melkpulle noch nich leddich is. „Na, wat is denn?“, bohrt Opa weer. „Och, Mathe!“, antwoore ek. „ Doa stund ek bet vor veerteihn Dooren noch bee Twaakommaveere.“ Opa fröcht nich weejer, denn miene Antwoort konne hei ssek nu woll ssülmest cheeben.
„Un wie steiht dat met Bio?“, traut hei ssek noch to erkundijen. „Och, Opa, düsse Tussi kann mek nich aff. Ower bee’n Teiken bün ek upp enne Draa ’ekoomen.“

„Wenn dat Diene Öldern sseih’n“, schüddele Opa met ssien’ Koppe. „Dä ssünd doamee bestimmt nich invarstoahn.“
„Ach, waaste, dee öhre Chifftbläeere heww ek taufällich ’efunnen. Dä harren oak moa ssaa Lernphoasen wie ek chroade. Un do, Opa, do häst mek noch nie Dien Tüchnis ’ewieset. Harrest Do denn ümmer bloats chaue Noten ’ehat?“
„Wie ek mek bessinnen kann, joa“, ssecht Opa. „Ower ek sseuke et moa ruut un wiese et Dek.“

Nu harre ek mek all mehrmoals bee Opa erkundijet, ower dä ssecht allemoa, dat hei ssien Tüchnis noch ümmer nich ’efunnen härre. Na, wer dat woll chlöfft!

Hermann Orlamünde, Colbitz
(entnommen aus dem Buch: Vorlesewettbewerb „Schülerinnen und Schüler lesen Platt“ 2013/14,
herausgegeben vom Kultusministereium des Landes Sachsen-Anhalt)


As et noch’n richtijen Janowoar chaff!

Hütijen Doores ssolle man maanen, dat’n nejet Joahr chliek met dän Monoate März anfänget! Ek waat noch chanz chaut, dat – taumindesten in mienen ersten twintich Lebensjoahr’n – jedet Joahr met enn Janowoare vull Külle, Ssnei un Iies anfung. Beinoahe jeden Moarjen, wenn me tau Huusdöör ruutträh’n wolle, denn was et jewiss: „Erstemoal dä Weeje freeschüppen!“

Dä wichtichste Wech was noah’n Stalle un noah dä Schünen. Donoah kamm dä Wech noah’n Afftree – un ers denn woord dä Tauchang noah’n Holtschoppen freemooket. Chanz taulest – noah’n Kaffeedrinken – keimen denn noch dä Weje noah’e Strooten un bet noah dä Noawers anne Rieje.Dä Ssneiwänne von dän Chängen wören ssau hoach, dat enn chröteren Junge, dä villichte chroade ’nen Arm vull Holt uten Schoppen langede, nich ower’n Rand gucken konne.

Dä ssmoalen Chänge erlauweden nichemoal twaa jungen Mäkens, wenn ssei Obnd’s nochemoal ruut mossten, injehooket dune neemenanner te choahn, wat werklich schlimm was, denn ssei harr’n doch ümmer Angest for’n Lelekeste, dä mannichmoal hinder dä Huusecken stund un ssei varfährde. (Wer dat no was, dä Lelekeste, dat waat ek nich. Hoot Jee all moal wat doavonne höört?) Nee, ssei mossten hinder enander choahn un doabee froren ssei oak noch chanz erbärmlek.

Joa, wenn ssek dä Minschen domoals wie dä Mulltwöerme door öhre ssmoalen Chänge beweejen mossten un doabee oak noch mächtich beewerden un froren, ssau harr düsse Tiet met öhre Ssneilandschaft doch wat chanz Bessonderet – domoals, as et noch’n richtijen Janowoar chaff. Maant Jee dat nich oak?

Ursula Röttger, Göttingen
(entnommen aus ihrem Buch: „Kleine plattdütsche Vertellschen“)


Taxi-Cheld

Hewett Sa Kindere? Döchtere? Nee? Denn danket se man den laven Chott.
Dütt hett seck be ösek taudroagen: Imke, miene Dochter, wolle metten Flaajer von Berlin noa Montpellier. Is ja an un fur seck nitz cheegen te seggen. Ober, doatau mosste öt obands mettn Zuche von Chöttingen no Berlin, un denn doa ane Nacht sloapen. Minsche, dachte eck, dat arme Meeken, nachts in Berlin, un denn von Boahnhowe bett noa dä Owernachtunge, un denn dä veelen Spitzbuben an Alex un inne U-Boahn! Nee, datt chaat choarnich. Also eck mien Portemonnaie herlanget un chaff öhr 50 €. „Heje, dütt is fur diene Riese, nümm deck doafur nen Taxi von Boahnhowe bett tau dien Hotel.“
„Oh, Mamme, machst deck woll doch noch Soarjen ümme meck? Brukeste ober nich.“ Un schwupps hätt et seck den Schien innesteeken. Nächsten Dach hewwe eck dann ne Watt-is-nu-all-wiawhatsapp krejen, daor inne nen Foto von Imkes Feuten un düssen Text:

sprechblase

Eck waat nich, erjend watt löppet schaaf met mienen pädagogischen Jeschicke.

joe Meta

Chloake, August 2018
(Gudrun Stutz, Gladebeck)


So sproaken iuse Vorröllern un sea häbbe eck de Sproake e`lehrt

Uppeschrieb`n von Loni Meinecke Iut Ackenhiusen beu Ganderssen

Düsse aule Sprake is innen 2.Weltkreuge vonner Regierunge aff`e schaffet, weil man neumutsch seun solle, unn de Luie hauchduitsch spreken solln. De Sproake hätt seck aber dur aule Lui`e doch noch weuer erhauln. Huite gifft ett aber nich mehr viele Minschen, de plattduitsch spreket. Dafur worrt dat Plattduitschforum 18.1.2017 fur iuse Region jegrünnet, wu eck mie beu sinn.De Sprake sall ass Kulturgut wie`r ann de Luie weuer gieben wern.

Eck sinn tea der Sproake kumen, weil meun Vader un de Grautöllern platt spruken häbbet. Eck häbbe se in Sloape lehrt beu düssen boaden Vorröllern, un datt was sea:

In den Hiuse, in den eck jebuhren sin, worre plattduitsch spruken. Eck was datt ierste Enkelkind un moine Grautöllern häbbet meck ganz schoine vergöttert. Meun erstet Bedde was en iutepolsterten Waschkorf, un later datt twaate Bedde ne iutepolsterte graute Slachtemolle. Datt stund jümmer inner Slapkaamern vur den Ehebedden anner Erde. Eck konne niernd runderpurzeln. De Luie in Dörpe frogten meck: Loni, wo schläfst du denne bei Oma und Opa? Meune Antwurt: „Im Feinetrog“. Alle häbbet lachet, eck wusste nich, wurümme.

En betten grötter, kamm eck upp de Beseukerritze inne Ehebedden von Oma un Opa. Denne lehre eck et spreken.Beide Grauteöllern spreken plattduitsch. Morjens Klocke veijere wörn se wach un vertellen seck, watt gistern was nu huite moaket wern solle un mosste. Klocke foiwe word upp stahn weil de Swoine quoiken un de Ziejen meckern un wolln Futter hem. Auk de Heuner kreichten Futter un wörrn riuterlaten. Wenn eck niu watt verstahn wolle, mosste eck all henhührn, süst wörre eck ja dumm eblieb`n. Eck wolle allet verstahn, wenn de Grautmudder tea meck sägt hätt:“ Kumm upp moine Slippe, diu lütjet Purtchehupp,“ watt eck denne te moaken harre. Eck häbbe allet verstahn.

Wenn de beiden niu glöwten, dat eck sloape, denne harrn se seck örret. Eck hebbe allet verstahn. Sea was et in Ackenhiusen. Denne kam eck na Harrjehiusen. Moin Vader un de Grautevader da in Hiuse spreken auck beide plattduitsch, eck konne allet verstahn, hebbe de Sprake in Ackenhiusen ja in Sloape lehrt. Et gaff so lütje Unnerschiede, watt in Ackenhiusen en Korf un ne Porten was, was in Harjehiusen en Karf un ne Parten. Düsse lütjen Unnerschiede gaff et von Dörp tea Dörp.

1997 gung eck mie moinen Vader inne plattduitsche Gruppe in Harrjehiusen, und niu konne eck auck plattduitsch spreken. Huite sinn eck inner plattdiutschen Gruppe vonner KVHS in Ganderssen, befate meck mie Schreuben auk, mie lütjen aulen Jeschichten fur de Zeitunge.

Loni Meinecke, Ackenhausen (Bad Gandersheim)